Krankhaftes Übergewicht (Adipositas)

Die Auswirkungen der Adipositas haben mittlerweile eine Tragweite erreicht, die die Gesellschaft vor sozio-ökonomische und die Betroffenen zunehmend vor körperliche und seelische Probleme stellt. Sie ist weiter auf dem Vormarsch und hat den Gipfel noch nicht erreicht.

Trotz jahrelanger Bemühungen (Diäten, Kuren, Sport etc.) haben übergewichtige Menschen nach erfolgreicher Gewichtsabnahme relativ rasch wieder ihr Ausgangsgewicht oder nehmen sogar noch weiter zu (Jojo-Effekt). Dies kann über Frustration und Demotivation oft zur Depression und schließlich zu sozialer Isolation führen.
Häufig ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich krankmachende Begleit- bzw. Folgeerscheinungen der schweren Adipositas zeigen (Zuckererkrankung, Bluthochdruck, Erkrankung der Herzkranzgefäße, Schlafapnoe, Gelenkbeschwerden, chronische Leiden, Krebs usw.). Kein Organsystem bleibt von der Adipositas verschont.

Die Behandlung des krankhaften Übergewichts stellt eine interdisziplinäre Aufgabe dar, an der Experten unterschiedlicher Fachdisziplinen beteiligt sind:

  • Chirurgie
  • Plastische Chirurgie
  • Gastroenterologie
  • Ernährungsberatung
  • Diabetologie
  • Kardiologie
  • Anästhesie
  • Psychologe

Voraussetzungen für eine OP

Bereits 1991 bestätigt die amerikanische Gesundheitsbehörde, dass ein operativer Eingriff die einzige effektive Behandlung für eine langfristige Gewichtsreduktion bei schwer adipösen Patienten darstellt; und dies gilt bis heute. Bevor jedoch ein Antrag an die Krankenkasse zur Kostenübernahme für eine solche OP eingereicht werden kann, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Eine mindestens 6-monatige Diätberatung
  • Eine mindestens 6-monatige sportliche Betätigung
  • Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe oder Psychotherapie (wünschenswert, aber kein Muss)
  • Psychologisches Gutachten, das eine psychiatrische Erkrankung (wie z.B. Schizophrenie) ausschließt
  • Endokrinologisches Gutachten, das eine Unterfunktion der Schilddrüse oder einen Nebennieren-Tumor als Ursache des Übergewichts ausschließt.

Im Erstgespräch in unserer Adipositas-Sprechstunde, das oft über eine Stunde dauert, wird detailliert besprochen, wie diese Voraussetzungen umgesetzt werden. Dabei ist durch unser interdisziplinäres Netzwerk gewährleistet, dass die Voraussetzungen rasch erarbeitet werden, so dass wir im Namen des/r Betroffenen den Antrag an die Kasse schreiben können. Spätestens 5 Wochen nach Einreichen des Antrags liegt in der Regel die Zusage zur Kostenübernahme durch die Kasse vor.

Adipositaschirurgie

Unsere Klinik bietet alle bariatrischen OP-Verfahren an, die in drei Kategorien eingeteilt werden können:

  • Schlauchmagen (Gastric sleeve)
  • Magenbypass ("Umgehung")
  • Magenband

Alle Operationen werden laparoskopisch (Schlüsselloch-Technik) durchgeführt.

Welches Verfahren angewendet wird, hängt von vielen Faktoren ab wie z.B. den Essgewohnheiten, den Begleiterkrankungen, den OP-Risiken und von den Wünschen des Patienten. Das Für und Wider der einzelnen OP-Methoden wird eingehend mit dem/r Betroffenen erörtert und gemeinsam das OP-Verfahren festgelegt.
Da Teile des Magens entfernt werden bzw. Darmabschnitte umgangen werden, werden weniger Kalorien aufgenommen, aber auch weniger Vitamine und Spurenelemente. Deshalb müssen letztere lebenslang substituiert werden.

Durch die Gewichtsabnahme kommt es zur Ausbildung schlaffer Haut (Fettschürzen), so dass diese ca. 1,5 Jahre später operativ, ebenfalls hier in unserem Krankenhaus, beseitigt wird.

Wir nehmen an den Qualitätsstudien der Dt. Gesellschaft für Adipositaschirurgie teil, sind Mitglied in der Chirurgischen Arbeitsgemeinschaft für Adipositastherapie und metabolische Chirurgie (CAADIP) sowie der internationalen Vereinigungen ISFO.

Kontakt und Terminvereinbarung

Mo - Fr 8.00 - 16.00 Uhr

Sekretariat
Telefon
07641 / 454 - 2293 oder - 2291
Telefax
07641 / 454 - 2516

Adipositas-Sprechstunde

Montag 10.00 Uhr

Prof. Dr. Ulrich Baumgartner

Chefarzt
Facharzt für Chirurgie und Viszeralchirurgie
Proktologie
Chirurgische Intensivmedizin

Roland Spring

Oberarzt
Facharzt für Chirurgie